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Schädlinge

Thema: Schädlinge-Spinnmilben
Spinnmilben (Tetranychidae) gibt es in vielen verschiedenen Variationen, wobei die sogenannte Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) allerdings als einzige die bekannten feinen Gespinste anlegt. Diese und allenfalls noch die sogenannte Gewächshausspinnmilbe (Brevipalpus obovatus) sind es, welche bei der Hanfkultur anzutreffen sind.
Spinnmilben sind nicht nur eine der häufigsten, sondern wohl auch noch die schrecklichste Plage bei der Hanfzucht. Erstens sind diese Viecher meistens wirklich nur mit der härtesten chemischen Keule weg zu bringen, was ja erstens während der Blüte nicht möglich ist. Zweitens stehen besonders Anfänger diesem Problem recht hilflos gegenüber, weil dies anfänglich nur von Leuten mit Erfahrung erkannt wird. Die ersten eindeutigen Erkennungszeichen sind schleimartige Spuren welche anfänglich nur sehr schwach und beinahe nicht zu erkennen sind. In einer zweiten Phase dann werden die Spuren deutlicher und sind wie im ersten Bild links deutlich zu erkennen. Dreht man das Blatt aber um und betrachtet die Unterseite, dann ist von blossem Auge (beinahe) nichts zu erkennen. Erst in einer zweiten Phase dann ist auch auf den Blattunterseiten wie in Bild 2 und Bild 3 von Auge leicht zu erkennen, das sich irgend etwas ungesundes unter den Blättern befindet.
Auf Bild 4 ist rot markiert wie der Befall sich äussert, nachdem die Flecken auf der Oberseite der Blätter gut sichtbar werden. Die blau markierten Stellen zeigen wie es aussieht, wenn die zweite Phase der Entwicklung beginnt Überhand zu nehmen.
Leider aber ist es zu diesem Zeitpunkt bereits schon zu spät um noch mit natürlichen Mitteln darauf reagieren zu können. Wenn solche Erscheinungen vor der Blütezeit auftreten, dann ist die chemische Keule angesagt wobei dies in späterer Kombination mit Nützlingen eine sanfte Keule sein darf. Die Pflanzen werden mit einem handelsüblichen Mittel gespritzt und anschliessend müssen sie während mindestens zwei Wochen in der vegetative Phase gehalten werden. Nach dem Spritzen wird eine Woche gewartet und dann werden Nützlinge ausgesetzt. Eine andere Methode welche mehr Sicherheit bieten würde ist die harte chemische Keule, wobei hier jedoch direkte Zu- und Abluft nach aussen und das tragen einer Schutzmaske je nach Raum unbedingt nötig sind!
Sollte das Problem allerdings mitten in der Blüte auftauchen ist es das sinnvollste gleich alles zu vernichten, den Raum vollständig zu waschen und anschliessend mit der Chemiekeule zu behandeln. Dann erst kann nämlich wieder mit guten Aussichten auf Erfolg eine neue Zucht begonnen werden.
Taucht das Problem allerdings in den letzten zwei bis drei Wochen vor der Blüte auf dann werden die Pflanzen zwar darunter leiden, doch bei einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit entwickeln sich die Biester nicht so schnell und deshalb hilft es in solchen Fällen die Luftfeuchtigkeit bei ca. 65% zu halten. Dies ist für blühende Pflanzen zwar nicht ideal, doch kann dadurch die Entwicklung der Biester gebremst und dadurch zumindest eine reduzierte Ernte gerettet werden.
Spinnmilben sind wie schon erwähnt in der ersten Phase beinahe nicht zu erkennen und scheinen auch in der zweiten Phase recht unscheinbar zu sein. Der Schaden jedoch welcher von diesen kleinen Mistviechern angerichtet wird ist immens. Und kommt das Problem erst einmal in die dritte Phase welche sehr schnell nach der zweiten folgen wird, dann sind schon zehntausende von diesen Miniaturkillern unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt wird man die Viecher auch haufenweise über die Blätter rennen sehen, weil sich die älteren Exemplare inzwischen zu Riesenteilen entwickelt haben werden. Zu diesem Zeitpunkt auch wird ersichtlich weshalb Spinnmilben ihren Namen haben, denn sie werden überall spinnwebenartige Geflechte in den Pflanzen respektive um die Blüten bilden.
Auf dem rechten Bild sind die Schäden von Spinnmilben auf einem Blatt zu sehen, während auf dem linken Bild eine Spinnmilbe gerade von einer Raubmilbe ausgesaugt wird. Wir wünschen Ihr dabei einen guten Appetit.
Raubmilben können wie schon erwähnt gegen Spinnmilben eingesetzt werden und sind im Handel erhältlich.
Wie oben schon beschrieben darf Hanf in der Blüte nicht mehr mit Spritzmitteln behandelt werden, da wir uns erstens ja nicht vergiften und zweitens auch den Geschmack nicht verderben dürfen.
Bei Outdoor kann das Problem zwar nicht ausgeschlossen werden, doch ist es dort meines Erachtens eher selten beim Hanf anzutreffen. Zu Indoor allerdings kann ich folgende Bemerkungen machen: Auch bei einer gut konstruierten und sauberen Growbox können Probleme mit Spinnmilben auftreten. Diese sind bei einer solchen aber relativ einfach in den Griff zu bekommen und können je nach Zustand der Pflanzen auch leicht endgültig eliminiert werden. Eine endgültige Eliminierung ist allerdings auch bei einer guten Growbox lediglich durch die harte chemische Keule möglich. Je mangelhafter die Growbox-Konstruktion und die Ernährung der Pflanzen ist, desto grösser aber ist auch das Risiko Probleme mit Spinnmilben zu bekommen. Eine endgültige Eliminierung der Spinnmilben ist in einer mangelhaften Growbox auch mit der chemischen Keule kaum möglich. Deshalb ist es auch sehr wichtig eine gute Growbox zu haben und die Umgebung sauber zu halten.
Die beste Versicherung gegen Probleme mit Spinnmilben ist aber abgesehen von einer guten Growbox und sauberer Umgebung meines Erachtens immer noch Prävention durch Nützlinge. Wenn auch ohne sichtbaren Befall von Spinnmilben gleich zu Beginn Raubmilben ausgesetzt werden dann kann dies nicht schaden, weil man die räuberischen Spinnmilben schliesslich sehr leicht einschleppen kann.
Für den Fall also dass man sich die Biester ins Haus geholt haben sollte ohne Raubmilben zu haben welche auf Futter warten, dann folgen jetzt hier noch einige allgemeine Infos zu Spinnmilben.
Die Spinnmilben legen ihre Eier in die Unterseite der Blätter auf welcher sie sich auch meistens aufhalten, was sich bei starkem Befall dann allerdings ändern wird. Die Schädlinge ernähren sich von dem Zellsaft der Pflanze und führen dieser dadurch mächtigen Schaden zu. Wie schon erwähnt tauchen silbrige, schleimartige Spuren am Blatt auf, welches sich anschliessend graubraun verfärbt und vertrocknet.
In einer natürlichen Umgebung überwintert die Gemeine Spinnmilbe in der Erde, in Mulch, an Pfählen, an Mauerwerk, in Spalten und Rissen. Genau deshalb sollte auch bei dem Bau einer Growbox nie poröses Material gewählt werden, da mit solchem den Tierchen ein perfekter Unterschlupf geschaffen würde.
Die Spinnmilben von welchen wir hier sprechen sind bei ausgewachsener Grösse etwa 0.5 mm lang, haben 8 Beine und können orange, gelblichgrün, grauschwarz oder rotbraun gefärbt sein.
Spinnmilben lieben trockene warme Luft und bei einer Temperatur von 25°C entwickeln sich die Biester innerhalb von rund 12 Tagen vom bereits schon schädlichen Ei in eine erwachsene Spinnmilbe. Bei einem Klimawechsel welcher bei den Weibchen den nahenden Winter vermuten lässt, verfärben sich diese rötlich und werden ganz besonders aktiv in Sachen Eier legen.

Eine kurze Übersicht der Massnahmen zu Schutz und Problemlösung soll damit den Beitrag zu diesem Thema abschliessen.

Schutz durch natürliche Feinde: Raubmilben, Raubwanzen, Schlupfwespen, Marienkäfer, Florfliegen.
Vorbeugende Pflege: Gutes Klima, saubere Umgebung, Überdüngen vermeiden.
Vorbeugende Produkte: Algen- Nessel- und Steinmehlpräparate, Knoblauchtee.
Sanfte Produkte: Nützlings schonende Spritzmittel auf Basis von natürlichen Fettsäuren mit Kaliumsalzen. Eine Anwendung solcher wird bei starkem Befall auch einen Tag vor dem Ausbringen von Nützlingen empfohlen.
Starke Produkte: Neudosan, Celaflor, Neem (dies nur als Beispiel)
Chemische Keule: Vertimec ==> ACHTUNG mit diesem Produkt ist äusserste Vorsicht geboten, ein Anwendung in Wohnräumen ist untersagt und gefährdet Ihre Gesundheit <==
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